Kategorie: Arbeitsmarkt & Führungsstil

  • Verursacherprinzip statt Kürzungen bei älteren ArbeitnehmerInnen

    Verursacherprinzip statt Kürzungen bei älteren ArbeitnehmerInnen

    Das Institut der deutschen Wirtschaft fordert in einer neuen Studie, die Bezugsdauer von Arbeitslosengeld 1 für ältere ArbeitnehmerInnen auf ein Jahr zu verkürzen. Eine solche Vereinheitlichung sei gerecht, schreiben die Arbeitsmarktökonomen Holger Schäfer und Dr. Stefanie Seele in ihrer Kurzstudie. Mit der Maßnahme, so das Fazit der Studienautoren, könnte der Haushalt der Bundesagentur für Arbeit um über 2 Milliarden Euro jährlich entlasten und zugleich ein Anreiz geschaffen werden, bis zur Regelaltersgrenze am Arbeitsmarkt aktiv zu bleiben. Wer dagegen länger Arbeitslosengeld beziehe, lasse sich bei der Arbeitsuche mehr Zeit, unterstellt die Studie und schlussfolgert, dass sich dementsprechend die Dauer der Arbeitslosigkeit verlängere.

    Ich denke, diese Ansätze sind nicht zielführend, denn:

    1. Schafft der Bezug von Arbeitslosengeld mit einem Abschlag von 33 bis 40 Prozent zum vorherigen Einkommen bereits einen Anreiz, schnell wieder in Beschäftigung zu kommen. Dass dabei das alte Gehaltsniveau oder eine Verbesserung angestrebt wird, ist nachvollziehbar. Niemand wird zu Beginn der Arbeitslosigkeit freiwillig zusätzliche und langfristigere Einbußen hinnehmen.
    2. Federt der Gesetzgeber mit der nach dem Alter differenzierten Bezugsdauer des ALG 1 soziale Härten ab. Gerade ältere ArbeitnehmerInnen haben es nachgewiesen schwerer, eine neue Beschäftigung zu finden.
    3. Ignorieren die StudienautorInnen, dass das Arbeitslosengeld eine Versicherungsleistung ist und in der Versicherungswirtschaft immer noch das Verursacherprinzip gilt. Wer für den Schaden sorgt, muss auch dafür aufkommen. Unternehmen müssen die Verantwortung für ihre Personalpolitik übernehmen und dürfen die Folgen nicht so einfach auf die Gesellschaft abwälzen.

    Als Konsequenz daraus sollte der Gesetzgeber stattdessen das Kündigungsschutzgesetz verschärfen. Bislang wird für jedes Jahr der Betriebszugehörigkeit mindestens ein halbes Monatsgehalt als Abfindung gezahlt. In einigen Regionen lassen sich aber auch höhere Summen von bis zu zwei Monatsgehältern/Jahr erzielen. Dies sollte in einem ersten Schritt vereinheitlicht werden. Für ältere ArbeitnehmerInnen kann dann noch eine Zusatzabfindung in Höhe von x Monatsgehältern/Lebensjahrzehnt für zusätzlichen Schutz sorgen. Arbeitgebern wird damit der Anreiz gegeben, genau zu prüfen, ob man sich von erfahrenen älteren ArbeitnehmerInnen trennen will, oder vielleicht mit Fortbildungsmaßnahmen in deren geistige und physische Fitness investiert, um möglichst lange von deren Expertise und Weitsicht profitieren zu können. Ich bin überzeugt, dass am Ende viel weniger ältere ArbeitnehmerInnen bei der Bundesagentur für Arbeit betreut werden müssen als heute. Welche Einsparungen sich daraus für den Bundeshaushalt ergeben, dass mögen die ArbeitsmarktökonomInnen im Kölner IW vielleicht ja auch mal berechnen….

  • Mitarbeitende binden: Meine Strategien für den aktuellen Arbeitsmarkt

    Mitarbeitende binden: Meine Strategien für den aktuellen Arbeitsmarkt

    In der heutigen Arbeitswelt, die von einem intensiven Wettbewerb um Talente geprägt ist, wird die Mitarbeiterbindung zu einer der zentralen Herausforderungen für Führungskräfte. Die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt, insbesondere der Fachkräftemangel und die gestiegenen Erwartungen der Mitarbeitenden an ihre Arbeitgeber, erfordern ein Umdenken in der Führungskultur. In diesem Beitrag beleuchte ich, welche Faktoren Führungskräfte beeinflussen können, um die Bindung ihrer Mitarbeitenden zu erhöhen und welche Bedingungen dafür geschaffen werden müssen.

    Aktuelle Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt

    Der Arbeitsmarkt hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Die Pandemie hat nicht nur die Art und Weise, wie wir arbeiten, revolutioniert, sondern auch die Erwartungen der Mitarbeitenden an ihre Arbeitgeber. Flexibilität, Work-Life-Balance und eine positive Unternehmenskultur sind heute entscheidende Faktoren, die die Zufriedenheit und Loyalität der Mitarbeitenden beeinflussen. Zudem haben viele Unternehmen erkannt, dass die Bindung von Talenten nicht nur durch monetäre Anreize, sondern auch durch ein wertschätzendes Arbeitsumfeld gefördert werden kann.

    Einflussfaktoren für die Mitarbeiterbindung

    1. Kommunikation und Transparenz: Offene und ehrliche Kommunikation ist das Fundament jeder erfolgreichen Beziehung. Als Führungskraft ist es meine Pflicht,  regelmäßig Feedback einholen und bereit zu sein, auf die Anliegen meiner Mitarbeitenden einzugehen. Transparente Entscheidungsprozesse und das Teilen von Unternehmenszielen schaffen dabei gegenseitiges Vertrauen und ein Gefühl der Zugehörigkeit.
    2. Flexibilität und Work-Life-Balance: Die Möglichkeit, flexibel zu arbeiten, ist für viele Mitarbeitende ein entscheidender Faktor. Als Führungskraft ziehe ich deshalb auch hybride Arbeitsmodelle in Betracht und berücksichtige individuelle Bedürfnisse, um eine gesunde Balance zwischen Berufs- und Privatleben zu fördern.
    3. Entwicklungsmöglichkeiten: Mitarbeitende möchten wachsen und sich weiterentwickeln. Als Führungskraft biete ich deshalb gezielte Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten an, um die beruflichen Ziele meiner Mitarbeitenden zu unterstützen. Mentoring-Programme und regelmäßige Entwicklungsgespräche können dabei  ebenfalls hilfreich sein.
    4. Wertschätzung und Anerkennung: Regelmäßige Anerkennung der Leistungen der Mitarbeitenden ist entscheidend für deren Motivation. Als Führungskraft schaffe ich deshalb ein ein Umfeld, in dem auch Erfolge gefeiert werden und Mitarbeitende sich wertgeschätzt fühlen. Dies kann durch einfache Gesten wie Lob im Team oder Team-Events sowie durch formelle Anerkennungsprogramme geschehen.
    5. Unternehmenskultur: Eine positive Unternehmenskultur, die Vielfalt, Inklusion und Teamarbeit fördert, ist  meiner Ansicht nach entscheidend für die Mitarbeiterbindung. Ich möchte aktiv daran, eine Kultur zu schaffen, in der sich alle Mitarbeitenden wohlfühlen und ihre Ideen einbringen können.

    Bedingungen für eine erfolgreiche Mitarbeiterbindung

    Um die oben genannten Faktoren erfolgreich umzusetzen, muss ich als Führungskraft bestimmte Bedingungen identifizieren und fördern:

    • Empathie und Verständnis: Als Führungskraft versuche ich immer wieder, mich in die Lage meiner Mitarbeitenden zu versetzen, um deren Perspektiven zu verstehen. Empathie fördert dabei eine positive Beziehung und stärkt das gegenseitige  Vertrauen.
    • Ressourcen bereitstellen: Um die genannten Maßnahmen umzusetzen, benötige ich als Führungskraft entsprechende Ressourcen. Zum einen nehmen ich mir dafür entsprechend Zeit, benötige aber auch ein bestimmtes Budget und Personalressourcen. Langfristig werden sich die Investitionen in die Mitarbeiterbindung aber auszahlen.
    • Feedback-Kultur etablieren: Eine Kultur, in der Feedback nicht nur gegeben, sondern auch angenommen wird, ist dabei für mich entscheidend. Anders kann eine wertschätzende Kommunikation auf Augenhöhe im Team nicht funktionieren. Als Führungskraft muss ich gegebenenfalls solche Rückmeldungen von den Mitarbeitenden auch aktiv einfordern um potenziell vorhandene Barrieren in den Köpfen abzubauen.

    Fazit

    Die Bindung von Mitarbeitenden ist zusammenfassend eine komplexe, aber lohnenswerte Aufgabe für Führungskräfte. Indem sie die oben genannten Einflussfaktoren berücksichtigen und die notwendigen Bedingungen schaffen, können sie ein Arbeitsumfeld fördern, das nicht nur die Zufriedenheit der Mitarbeitenden steigert, sondern auch die langfristige Loyalität und Produktivität des Unternehmens sichert. In einer Zeit, in der Talente rar sind, ist es unerlässlich, die Mitarbeitenden nicht nur zu gewinnen, sondern sie auch langfristig zu halten.

    Quellen:

  • Remote Leadership: Erfolgreiche Führung in virtuellen Teams

    Remote Leadership: Erfolgreiche Führung in virtuellen Teams

    Die Führung von virtuellen Teams gewinnt auf dem zunehmend digitalisierten Arbeitsmarkt immer mehr an Bedeutung, denn in den vergangenen Jahren hat sich die Art und Weise, wie wir arbeiten, grundlegend verändert. Diese Transformation wurde durch die Lockdown-Maßnahmen während der Corona-Pandemie deutlich beschleunigt. Inzwischen sind Unternehmen aus Wettbewerbsgründen oft dazu gezwungen, ihren Mitarbeitenden das Homeoffice als feste Alternative zur Präsenz im gemeinsamen Büro anzubieten. Vor diesem Hintergrund gewinnt das Konzept des Remote Leadership, also der Führung von virtuellen Teams, an Bedeutung.

    Als ich im Oktober 2019 einen Job mit Führungsaufgaben antrat, hatte ich bereits einige Jahre Erfahrung im Homeoffice gesammelt. Ich war zuvor externes Redaktionsmitglied in einem anderen Fachverlag, wählte mich telefonisch in die morgendliche Redaktionskonferenz ein und konnte dank VPN auf die Serverstruktur des Verlages am anderen Ende der Republik zugreifen. Schon damals steuerte ich als Chef vom Dienst den tagesaktuellen Onlinedienst, die Kommunikation erfolgte indes zumeist über Mail und Telefon. Der Begriff Videokonferenz klang damals noch futuristisch und selbst wenn wir gewollt hätten, wäre dies meist an der geringen Bandbreite der beteiligten Internetanschlüsse gescheitert.

    Corona war für viele Führungskräfte der Sprung ins kalte Wasser

    Mit dem neuen Job freute ich mich nun darauf, mehr Verantwortung zu übernehmen, vor allem aber auch, wieder einen täglichen Weg ins Büro und physisch mit anderen KollegInnen in einem Team zusammenarbeite zu können. Diese Hoffnung hielt nur wenige Wochen, dann schickte uns COVID-19 und unser Arbeitgeber ins Homeoffice. Fortan starteten wir den Tag wieder mit einer morgendlichen Telefonkonferenz und gründeten eine WhatsApp-Gruppe für die Dinge, die wir uns im Büro über die Schreibtische hinweg zugerufen hätten. Für die Themenplanung und die Heftproduktion legten wir eigene Google-Tabellen an, auf die jeder zeitgleich extern zugreifen konnte. Tools wie MS Teams waren damals noch nicht verfügbar, bzw. war der Einsatz vom Unternehmen noch nicht zugelassen. Ohnehin finde ich es persönlich schwierig, Daten aus einem Unternehmen komplett einem Software-Giganten anzuvertrauen. Auch wenn wir keine Rüstungsprodukte oder Impfstoffe entwickeln und unsere Daten vielleicht nicht der höchsten Geheimhaltungsstufe unterliegen, so erschien es mir sinnvoller, diese Daten dezentral auf verschiedenen Diensten zu speichern.

    Nach diesem Exkurs aber zurück zum eigentlichen Thema: Was zeichnet erfolgreiche Remote Leadership aus, und welche Strategien können Führungskräfte anwenden, um in dieser neuen Arbeitswelt effektiv zu agieren?

    Die Herausforderungen virtueller Führung

    Die Führung von Teams, die räumlich voneinander getrennt sind, bringt spezifische Herausforderungen mit sich. Die physische Abwesenheit kann zu einem Gefühl der Isolation führen, die Kommunikation wird komplexer, und die Teamdynamik verändert sich. Missverständnisse sind leichter möglich, und die Möglichkeit, nonverbale Signale wahrzunehmen, entfällt. Daher ist es für Führungskräfte von entscheidender Bedeutung, sich dieser Herausforderungen bewusst zu sein und geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

    Klare Kommunikation als Fundament

    Eine der zentralen Säulen erfolgreicher Remote Leadership ist die klare, transparente und verbindliche Kommunikation. In virtuellen Teams ist es unerlässlich, Informationen regelmäßig und strukturiert zu teilen. Dies kann durch wöchentliche Meetings, regelmäßige Updates und den Einsatz geeigneter Kommunikationsplattformen geschehen. Die Wahl der richtigen Tools, sei es für Videokonferenzen, Projektmanagement oder Instant Messaging, spielt eine entscheidende Rolle. Führungskräfte sollten darauf achten, dass alle Teammitglieder Zugang zu den notwendigen Ressourcen haben und sich in der digitalen Umgebung wohlfühlen.

    Vertrauen aufbauen und pflegen

    Vertrauen ist das Fundament jeder erfolgreichen Zusammenarbeit, und dies gilt insbesondere für virtuelle Teams. Führungskräfte sollten aktiv daran arbeiten, ein Vertrauensverhältnis zu ihren Mitarbeitern aufzubauen. Dies kann durch regelmäßige Einzelgespräche, in denen persönliche Anliegen und berufliche Herausforderungen besprochen werden, geschehen. Ein offenes Ohr für die Sorgen und Bedürfnisse der Teammitglieder fördert nicht nur das Vertrauen, sondern auch die Motivation und das Engagement.

    Förderung von Teamkultur und Zusammenhalt

    In einem virtuellen Umfeld kann die Teamkultur leicht in den Hintergrund geraten. Es ist daher wichtig, gezielte Maßnahmen zu ergreifen, um den Zusammenhalt zu stärken. Virtuelle Teambuilding-Aktivitäten, gemeinsame Online-Events oder informelle Kaffeepausen können dazu beitragen, die zwischenmenschlichen Beziehungen zu fördern. Führungskräfte sollten auch die Erfolge des Teams feiern, um ein Gefühl der Zugehörigkeit und des gemeinsamen Ziels zu schaffen.

    Flexibilität und Empathie

    Die Flexibilität, die viele Mitarbeiter im Homeoffice erleben, kann sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringen. Führungskräfte sollten Verständnis für die individuellen Lebensumstände ihrer Teammitglieder zeigen und flexible Arbeitszeiten ermöglichen. Empathie ist ein entscheidender Faktor, um die Bedürfnisse der Mitarbeiter zu erkennen und darauf einzugehen. Ein empathischer Führungsstil fördert nicht nur das Wohlbefinden der Mitarbeiter, sondern steigert auch die Produktivität und Kreativität.

    Fazit

    Remote Leadership erfordert ein Umdenken in der Art und Weise, wie Führungskräfte ihre Teams leiten. Durch klare Kommunikation, den Aufbau von Vertrauen, die Förderung einer positiven Teamkultur sowie Flexibilität und Empathie können Führungskräfte die Herausforderungen virtueller Teams erfolgreich meistern. In einer Welt, in der Remote-Arbeit zunehmend zur Norm wird, ist es unerlässlich, diese Fähigkeiten zu entwickeln und anzuwenden. Nur so kann eine nachhaltige und erfolgreiche Zusammenarbeit in der digitalen Arbeitswelt gewährleistet werden.

  • Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit im Arbeitsmarkt?

    Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit im Arbeitsmarkt?

    Nachhaltigkeit wird im Arbeitsmarkt immer bedeutender – eine Entwicklung, die sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringt. Dieser kontroverse Blogbeitrag beleuchtet die verschiedenen Aspekte dieses Trends und seine Auswirkungen auf Unternehmen, Führungskräfte und Mitarbeitende.

    Der Nachhaltigkeitshype – Segen oder Fluch?

    Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Laut der Klima-Umfrage der Europäischen Investitionsbank (EIB) geben 81 Prozent der jungen Arbeitnehmer (20-29 Jahre) an, dass die Haltung eines Unternehmens zum Klima ein entscheidendes Kriterium bei der Jobauswahl ist. Für Unternehmen bedeutet dies: Wer nicht nachhaltig agiert, verliert potenzielle Talente. Doch ist dieser Trend wirklich so positiv, wie er auf den ersten Blick erscheint?

    Vorteile der Nachhaltigkeitsorientierung

    1. Talentmagnet: Nachhaltige Unternehmen ziehen der EIB-Studie zufolge mehr Bewerber an und können Stellen leichter besetzen.
    2. Innovationsförderung: Die Suche nach nachhaltigen Lösungen fördert Kreativität und kann zu Wettbewerbsvorteilen führen.
    3. Mitarbeiterbindung: Nachhaltigkeit steigert die Zufriedenheit und Motivation der Belegschaft.
    4. Imageboost: Unternehmen mit starkem Nachhaltigkeitsprofil genießen ein besseres öffentliches Ansehen.

    Herausforderungen und Kritikpunkte

    1. Greenwashing-Gefahr: Nicht alle Unternehmen setzen Nachhaltigkeit authentisch um, was zu Vertrauensverlust führen kann.
    2. Kostenfaktor: Nachhaltige Praktiken erfordern oft hohe Anfangsinvestitionen.
    3. Komplexität: Die Integration von Nachhaltigkeit in alle Unternehmensbereiche ist eine komplexe Aufgabe.
    4. Messbarkeit: Der tatsächliche Impact nachhaltiger Maßnahmen ist oft schwer zu quantifizieren.

    Neue Anforderungen an Führungskräfte

    Der ungezügelte Ressourcenverbrauch, zunehmende soziale Ungerechtigkeit, steigende Umweltverschmutzung und ein immer spürbarerer Klimawandel stellen Wirtschaft und Gesellschaft vor immer größere Herausforderungen. Den daraus entstandenen Megatrend zur Nachhaltigkeit bekommen Unternehmen immer deutlicher zu spüren und er verändert auch die Rolle von Führungskräften. Ein nachhaltiger Führungsstil zeichnet sich durch langfristiges Denken, ethisches Handeln und Stakeholder-Beteiligung aus. Aber nicht alle Führungskräfte sind auf diese neuen Anforderungen vorbereitet.

    Kontroverse Aspekte nachhaltiger Führung

    • Kurzfristige vs. langfristige Ziele: Wie können Führungskräfte den Spagat zwischen kurzfristigen Gewinnerwartungen und langfristiger Nachhaltigkeit meistern?
    • Authentizität vs. Profitabilität: Besteht die Gefahr, dass Nachhaltigkeit zum reinen Marketing-Tool verkommt?
    • Generationenkonflikt: Jüngere Mitarbeiter fordern oft radikalere Nachhaltigkeitsmaßnahmen als ältere Führungskräfte. Wie kann dieser Konflikt gelöst werden?

    Gesellschaftliche und ökonomische Implikationen

    Der Fokus auf Nachhaltigkeit im Arbeitsmarkt spiegelt einen größeren gesellschaftlichen Wandel wider. Unternehmen werden zunehmend als Akteure in der Bekämpfung des Klimawandels wahrgenommen. Doch diese Entwicklung birgt auch Risiken:

    • Soziale Ungleichheit: Könnten „grüne Jobs“ zu einer neuen Form der Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt führen?
    • Wirtschaftliche Auswirkungen: Wie wirkt sich der Nachhaltigkeitstrend auf traditionelle, weniger „grüne“ Industrien aus?
    • Politische Dimension: Inwieweit sollten Unternehmen in ihrer Nachhaltigkeitsagenda politisch aktiv werden?

    Fazit: Ein zweischneidiges Schwert

    Die zunehmende Bedeutung von Nachhaltigkeit im Arbeitsmarkt ist eine Realität, die Chancen und Risiken birgt. Unternehmen, die diesen Trend ignorieren, riskieren, den Anschluss zu verlieren. Gleichzeitig darf Nachhaltigkeit nicht zum Selbstzweck werden oder andere wichtige Aspekte der Unternehmensführung verdrängen.

    Die Herausforderung für die Zukunft wird sein, einen ausgewogenen Ansatz zu finden, der ökonomische, ökologische und soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigt. Nur so kann Nachhaltigkeit zu einem echten Mehrwert für Unternehmen, Mitarbeiter und Gesellschaft werden.

    Quellen: